| Zitate
/ Übersetzung |
Herkunft
/ Anmerkungen |
Quae medicamenta non sanant, ferrum
sanat; quae ferrum non sanat, ignis sanat; quae vero ignis non sanat,
insanabilia reputari oportet.
Was Arzneien nicht heilen, heilt das Messer; was
das Messer nicht heilt, heilt das Brennen; was aber Brennen nicht
heilt, das muss als unheilbar betrachtet werden. |
Hippokrates, Aphorismen;
diese Sentenz wurde von Friedrich Schiller als Motto für
"Die Räuber" verwendet |
Quae nocent, docent
Was schadet, belehrt. |
dieses
Sprichwort entspricht dem deutschen "durch Schaden wird man klug" |
Quae volumus, credimus
libenter.
Was man wünscht, das glaubt man gern. |
Sprichwort |
Qualis artifex pereo !
Welch ein Künstler geht in mir zugrunde
! |
Kaiser Nero
bei seinem Selbstmord (nach Sueton) |
Qualis dominus, talis et servus
Wie der Herr, so auch der Sklave |
Petronius, Satyrikon, vor 66 n.Chr.;
In Österreich auch ausgedrückt in "Wie der
Herr, so's G'scherr." |
Qualis rex, talix grex
Wie der König, so die Herde |
Sprichwort
mit dem gleichen Inhalt wie das vorangegangene Zitat |
Qualis vir, talis
oratio.
Wie der Mann, so seine Rede. |
Sprichwort
in Anlehnung an das vorhergehende Zitat |
Quamvis sint sub aqua, sub aqua
maledicere temptant.
Ob sie (die Frösche) auch unter Wasser sind, so
versuchen sie dennoch zu schimpfen. |
Ovid |
Zitat 1: Quamdiu stabit Colysaeus stabit et Roma, quando caedet Colysaeus cadet et
roma, quando cadet Roma cadet et mundus.
Zitat 2: Dum Colosseum stabit, Roma stabit; dum Roma
stabit, mundus stabit.
Zitat 1: Solange das Kolosseum steht, solange besteht
Rom, wenn das Koloseum fällt, fällt Rom, wenn Rom fällt, fällt
auch die Welt.
Zitat 2: Solange das Kolosseum steht, solange besteht
Rom, solange Rom besteht, besteht auch die Welt" |
Beda,
7.Jh.n.Chr.;
Zitat 1 ist das Originalzitat. Zitat 2 wurde wohl in
Anlehnung an dieses "geschöpft". |
Quandoque bonus dormitat Homerus.
Zuweilen schläft sogar der grosse Homer. |
Horaz, Ars poetica |
Quem di diligunt, adulescens
moritur.
Jung stirbt, wen die Götter lieben. |
[die
Herkunft konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen] |
Qui amant, ipsi sibi somnia fingunt.
Die, die lieben, erdichten sich selbst die Träume. |
Vergil, Eclogae |
Qui non aemulatur, non amat.
Wer nicht eifersüchtig ist, der liebt auch nicht. |
Augustinus |
Qui suo iure utitur, nemini facit
iniuriam.
Wer sein ihm zustehendes Recht anwendet, tut niemand unrecht. |
römischer
Rechtsgrundsatz |
Qui tacet, consentire
videtur.
Wer schweigt, scheint zuzustimmen. |
Papst Bonifatius VIII., Decretalen des Corpus iuris
canonici
die Urform war jedoch schon in der Antike Cicero, Seneca und Ulpian
bekannt |
Quid agis, diligenter agas.
Was immer du tust, mache es sorgfältig. |
[die
Herkunft konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen] |
Quid iuvat aspectus, si non
conceditur usus?
Was hilft der Anblick, wenn man ihn nicht geniessen
darf? |
[die
Herkunft konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen] |
Quid sit futurum
cras, fuge
quaerere !
Was morgen sein wird, das versuche nicht zu
ergründen ! |
Horaz;
im Deutschen meist ausgedrückt als "frage nicht nach dem
morgen" |
Quidquid agis, prudenter agas et
respice finem.
Was du tust, das tue klug und bedenke das Ende. |
Bibla
Sacra Vulgata, Jes. Sir. 7,40 |
Quidquid id est, timeo Danaos et
dona ferentes.
Was auch immer das sein mag, ich fürchte die
Danaer, wenn sie Geschenke bringen. |
Vergil, Aeneis;
aus diesem Zitat wurde das "Danaergeschnek"
in der Bedeutung eines unheilbringendes Geschenkes abgeleitet |
Quilibet praesumitur
bonus, donec
probatur contrarium.
Jeder wird von vornherein als unschuldig
betrachtet, bis das Gegenteil bewiesen ist. |
römischer
Rechtsgrundsatz;
in den letzten Jahren leider mehr und mehr durch die Regierungen
ausgehebelt |
Quinctili Vare, legiones redde !
Quinctilius Varus, gib mir die Legionen wieder ! |
Kaiser Augustus
nach der Schlacht im Teutoburger Wald, 9 n.Chr. (überliefert nach Sueton);
im Deutschen zumeist zitiert als "Varus, Varus, gib mir
meine Legionen wieder !" |
Quis custodit custodes ?
Wer bewacht die Wächter ? |
Juvenal;
in dessen Satire lässt ein eifersüchtiger Ehemann
seine Frau durch einen Sklaven bewachen |
Quis leget haec ?
Wer wird das lesen ? |
P.Flaccus,
Satirae |
Quo vadis, Domine ? Venio Romam
iterum crucifigi.
Wohin gehst du, Herr ? Ich gehe nach Rom, mich ein
zweites Mal kreuzigen zu lassen. |
Der Legende nach soll Christus dem aus Rom fliehenden
Petrus erschienen sein; bei diesem Anlass seien dann die zitierten
Worte gewechselt worden. |
Quod deus bene vertat.
Dazu gebe Gott seinen Segen. |
[die
Herkunft konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen] |
Quod enim ab omnibus communiter
dicitur, impossibile est totaliter falsum.
Was von allen gemeinsam gesagt wird, das kann
unmöglich vollständig falsch sein. |
Thomas
von Aquin |
Quod erat demonstrandum.
(abgekürzt: q.e.d.)
Was zu beweisen war. |
Euklid (um 300 v.Chr.),
der jeden seiner Beweise so
beendete, um zu zeigen, dass die Beweisführung geglückt war; auch
noch heute wird dies am Schluss einer Beweisführung noch
hinzugefügt. |
Quod libet.
oder Quodlibet.
Was beliebt. |
hierzu
gibt es drei Bedeutungen:
1. Bezeichnung für Lehrveranstaltungen an der
Universität, die eine Diskussion über beliebige Themen beinhalteten.
2. In der Musik eine scherzhafte Kompositionsform,
bei der verschiedene Melodien mit verschiedenen Texten zu einem
mehrstimmigen Tonsatz verknüpft werden.
3. ein Kartenspiel |
Quod licet Iovi, non licet bovi.
Was dem Iuppiter erlaubt ist, das ist (noch lange)
nicht einem Ochsen gestattet. |
die Herkunft dieses
Zitats ist unbekannt, stammt jedoch wahrscheinlich aus dem Mittelalter
und wurde durch die Lateinschulen einem breiten Publikum ein Begriff |
Quod me nutrit, me destruit.
Was mich ernährt, tötet mich. |
Lord
Byron (1788-1824) |
Quod non est in actis, (id) non est
in mundo.
Was nicht in den Akten ist, existiert nicht in
der Welt. |
dieser
Rechtsgrundsatz wurde vermutlich bereits im Mittelalter
formuliert und hat zwei grundlegende Bedeutungen:
1. Für das Urteil darf nur die Aktenlage verwendet
werden, d.h. der Richter soll ohne Einfluss von aussen agieren.
2. Im Zivilprozess soll der Richter einer Partei
nicht mehr zusprechen, als diese gefordert hat. |
Quod non fecerunt barbari, fecerunt
Barberini.
Was (früher) die Barbaren nicht getan haben, haben
(nun) die Barbarini getan. |
Spottvers auf Papst Urban VIII. aus der Familie der
Barberini, da er aus der Bronzeverkleidung des Pantheons in Rom den
Tabernakel der Peterskirche und Geschütze giessen liess. Angespielt
wird auf die barbarische Verwüstung Roms 455 n.Chr. durch die
Vandalen, die die Stadt zwar geplündert, die Kunstwerke jedoch an
ihrem Platz gelassen hatten |
Quod optimum, idem
iucundissimum.
Das Beste ist das Angenehmste. |
ein Wahlspruch von
Herzog Albrecht I. von Habsburg (1255-1308) |
Quod quis per alium
fecit, ipse
fecisse putatur.
Wer etwas durch jemand anderen machen lässt,
ist trotzdem dafür haftbar. |
ein
Rechtsgrundsatz |
Quod scripsi, scripsi.
Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. |
Pontius Pilatus' Antwort auf die Forderung des Hohen
Priesters, die von ihm verfasste Inschrift am Kreuze Christi (INRI)
abzuändern. |
Quod tibi fieri non
vis, alteri non feceris.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg'
auch keinem anderen zu. |
d |
Quorum.
Von welchen |
Anzahl der zu einer Beschlussfassung erforderlichen
Mitglieder einer Körperschaft. Quoren werden von Regierungen auch
dazu verwendet, um die Effizienz der direkten Demokratie
signifikant zu mindern. |
Quos Deus perdere
vult, dementat prius.
Wen Gott verderben will, dem verblendet er den
Verstand. |
Sophokles, Antigone |
Quos ego!
Euch werd' ich...! |
[die
Herkunft dieses Spruches habe ich nicht in Erfahrung bringen
können] |
Quot capita, tot sensus.
So viele Köpfe, so viele Meinungen. |
Horaz, Satirae |
Quot homines, tot
sententiae.
So viele Köpfe, so viele Ansichten. |
Terenz, Phormio;
wohl in Anlehnung an vorangegangenes Zitat |
Quot servi, tot
hostes.
So viele Sklaven jemand hat, so viele Feinde hat
er auch. |
Sprichwort;
je mächtiger und reicher jemand ist, desto mehr Feinde hat er |
Quousque tandem, Catilinia, abutere
patientia nostra ?
Wie lange noch, Catilina, willst du unsere Geduld
missbrauchen ? |
Cicero, In Catilinam, 63 v.Chr. |